Goldener Handschlag für Power-Sauger |
06/08/2005 |
Der Provider 1&1 will die teuren Power-Sauger
unter den DSL-Flatrate-Kunden loswerden: Wer in den vergangenen Monaten
jeweils eine Datentransfermenge im mittleren zweistelligen Gigabyte-Bereich
pro Monat erreichte, hat gute Chancen, den Anruf eines Kundenbetreuers
zu erhalten. Für die Kündigung zum Ende des laufenden Abrechnungszeitraums
bietet 1&1 dann die Auszahlung von 100 Euro an, die dem Konto des Kunden
nach Vertragsende gutgeschrieben werden. Bereits im vergangenen Jahr hatte
1&1 ausgewählten Power-Saugern die Kündigung vorgeschlagen.
1&1-Sprecher Michael Frenzel kommentiert
den Vorgang so: "Unsere Kundenberater zeigen im Gespräch Einsparmöglichkeiten
auf, die im beiderseitigen Interesse liegen." Im Klartext: Der Kunde,
der den Provider mehr Geld kostet als er einbringt, möge doch durch einen
Wechsel zu einem günstigeren Angebot lieber Konkurrenten zur Last fallen.
Provider müssen für die Nutzung des Telekom-Backbones einen festgelegten
Preis pro Gigabyte bezahlen; Power-Sauger sprengen dabei die Kalkulation.
Frenzel widersprach aber vereinzelten Berichten von Betroffenen, dass ihnen
seitens 1&1 die Kündigung oder eine saftige Preiserhöhung in Aussicht
gestellt worden sei. Wer das Angebot ablehne, bleibe auch weiterhin Kunde
mit unveränderten Konditionen, stellte Frenzel klar.
Wer die 100 Euro einstreicht, muss im Gegenzug
zusagen, keinen neuen Flatrate-Vertrag mit einem Unternehmen der United-Internet-Gruppe
zu schließen, solange er sein Nutzungsverhalten beibehält. 1&1 macht
allerdings keine Angaben, wo diese magische Grenze liegt. Betroffen sind
ausschließlich Kunden mit alten Verträgen. Nutzer der neuen 1&1-Flatrate
zum monatlichen Preis von 6,99 beziehungsweise 9,99 Euro im Monat haben
bislang kein Kündigungsangebot von 1&1 erhalten. Die Kündigung lässt
sich nach Angaben von 1&1 auch nicht durch übermäßige Downloads provozieren:
Der Kundenkreis, der ein Angebot für den goldenen Handschlag erhält, stehe
bereits fest und werde für die bereits laufende Aktion nicht mehr erweitert.
Quelle: heise.de



