AMD plant Semprons und Opterons im Sockel-939-Gehäusen |
06/20/2005 |
Bisher hatte AMD Sockel-939-Gehäuse ausschließlich
für Athlon-64-Prozessoren verwendet, nun scheinen auch Opteron- und Sempron-Modelle
für diese Steckfassung geplant zu sein.
Die neueste Fassung 3.51 des Revision Guide
for AMD Athlon 64 and AMD Opteron Processors (PDF-Datei mit 328 KByte)
bringt endlich genauere Informationen zur Identifikation der zahlreichen
Steppings der zurzeit aktuellen 130- und 90-Nanometer-Kerne, die AMD in
diesen CPU-Typen einsetzt. Diese Hinweise sind auf den Webseiten www.amdcompare.com
und dem Quick Reference Guide für die Opterons bisher nicht zu finden.
Der Revision Guide beschreibt jedenfalls
zwei Sempron-Steppings (DH-D0/0x10FF0h und DH-E3/0x20FF0h), ein Einkern-Opteron-Stepping
(SH-E4/0x20F71h) und ein Doppelkern-Opteron-Stepping (JH-E6/0x20F32h) in
Sockel-939-Ausführungen. Bisher gibt es Semprons (abgesehen von den Sockel-A-Typen)
ausschließlich in Sockel-754-Gehäusen und Opterons nur für den Sockel 940.
Wann genau AMD diese Prozessortypen ausliefern
will, ist unbekannt. Bereits vor einigen Monaten waren Berichte über Sockel-939-Semprons
in Web-Foren aufgetaucht, auf der CeBIT 2005 hatten einige Hersteller Mainboards
mit Sockel-939-Fassung als Sempron-kompatibel beworben. Möglicherweise
werden diese Semprons dann auch -- anders als die bisherigen Versionen
-- AMD64-Befehle verarbeiten können.
Im Revision Guide veröffentlicht AMD nicht
nur Informationen über die bisher ausgelieferten Prozessor-Varianten, sondern
beschreibt auch Fehler der Produkte (bei Intel heißen die vergleichbaren
Datenblatt-Nachträge Specification Updates). Leider geizt AMD mit einigen
konkreten Details; so fehlt bisher der Hinweis, dass erst die 90-nm-Semprons
im DH-E3-Stepping auch die SSE3-Befehlssatzerweiterung unterstützen --
die DH-D0-Semprons können das nicht. Außerdem fehlt auch einigen der langsameren
Sockel-754-Semprons offenbar die Cool-and-Quiet-Stromsparfunktion. Beide
Verfahren erwähnt AMD allerdings auf der Sempron-Webseite erst gar nicht,
die ohnehin nur die älteren 130-Nanometer-Versionen berücksichtigt. Damit
hat AMD noch nicht alle Rätsel um die Prozessorspezifikationen aufgelöst.



